Jeder, der länger als ein paar Jahre raucht, kennt das Gefühl: Du willst deine alte Lieblingssorte nachbestellen – und sie ist einfach weg. Kein Restposten, kein Nachfolger, nichts. In den letzten Jahren hat es ziemlich viele Marken erwischt. Wir schauen uns an, welche Shisha Tabak Marken es nicht mehr gibt, woran das lag und was heute an ihre Stelle getreten ist.
Der große Einschnitt: das Menthol- und Minzverbot 2020
Wenn man einen einzigen Wendepunkt benennen will, dann diesen: Am 20. Mai 2020 trat das EU-weite Verbot von charakteristischen Menthol- und Minzaromen in Kraft – Teil der Tabakproduktrichtlinie TPD2.
Für die Shisha-Szene war das ein Erdbeben. Branchenschätzungen gingen davon aus, dass rund 40 bis 60 Prozent aller damals verfügbaren Sorten betroffen waren und ein noch größerer Anteil des Umsatzes. Denn Minze war nicht irgendein Nischenaroma – sie steckte in fast jedem Klassiker und in praktisch jeder Ice-Variante.
Die Hersteller hatten drei Möglichkeiten:
- Rezeptur ändern: Aroma neu aufbauen, oft mit spürbar anderem Ergebnis
- Auf andere Trägerstoffe ausweichen: Al Fakher etwa hat Aromen teilweise auf Teeblätter statt Tabak gesetzt
- Sorte streichen: für viele kleinere Marken die einzig wirtschaftliche Option
Wer damals eine Marke mit stark minzlastigem Portfolio hatte, verlor über Nacht sein halbes Sortiment. Genau daran sind einige nicht mehr vorbeigekommen.
Zomo – die Marke, die es zweimal erwischt hat
Zomo ist das bekannteste Beispiel und wird bis heute in Foren gesucht. Die Marke kam 2018 nach Deutschland, produziert von Flavours of Americas in Südamerika, und wurde innerhalb kurzer Zeit zum Liebling der Szene – kräftige Aromen, eigenständige Sorten, treue Fangemeinde.
Dann kam das Minzverbot. Zomo verschwand quasi über Nacht komplett aus den Regalen, weil praktisch das gesamte Sortiment betroffen war. Die Marke kam später mit einem stark reduzierten Programm zurück – aber der Schwung war weg.
Der zweite Schlag folgte mit der deutschen Verpackungsregel. Seit Juli 2023 wird Zomo nicht mehr produziert. Die Marke hat den Sprung in die neuen Dosenformate nicht mehr gemacht. Wer heute noch irgendwo eine Dose findet, hat einen Restbestand vor sich.
Die Rapper-Welle und ihr Ende
Zwischen 2016 und 2020 gab es eine Phase, in der gefühlt jeder deutsche Rapper eine eigene Tabakmarke hatte. Los ging es 2016 mit Hasso Tobacco von KC Rebell, kurz darauf folgte 187 Tobacco – und dann kippte der Damm.
In wenigen Jahren kamen unter anderem dazu:
- Legacy Smoke (Kollegah)
- Bushido Tobacco
- Mero Tobacco
- Babos Tobacco (Haftbefehl)
- Electro Smog (Fler)
- Banger Tobacco (Farid Bang)
- Al Massiva (Massiv)
Die Qualität schwankte enorm – von richtig gut bis vergessenswert. Und genau daran hat sich der Markt bereinigt.
Diese Rapper-Marken sind weg
Hasso Tobacco (KC Rebell), Legacy Smoke (Kollegah), Bushido Tobacco und Mero Tobacco bekommst du im normalen Handel nicht mehr.
Mero ist dabei das jüngste Beispiel: Die Marke startete 2020 passend zur Single „Bogota" mit sechs Sorten – Unikat, Olè Olè, Baller Los, Olabilir, Wolke 10 und Hobby Hobby – in 200g-Metalldosen für damals 18,90 €. Zwei Jahre später kam die 25-Gramm-Regel, und für eine Marke mit sechs Sorten hat sich die komplette Umstellung schlicht nicht mehr gerechnet.
Diese sind geblieben
Vier Marken aus der Welle laufen bis heute stabil, weil hinter dem Namen auch ein ordentliches Produkt stand:
- 187 Strassenbande – mit Abstand die erfolgreichste, breites Sortiment
- Al Massiva – kräftige Dark-Blend-Linie mit eigener Handschrift
- Banger Tobacco – konstant nachgefragt, regelmäßig neue Sorten
- Electro Smog – kleiner, aber weiterhin am Start
Die Lehre daraus ist unspektakulär: Ein bekannter Name verkauft die erste Dose. Die zweite verkauft der Geschmack.
Die 25-Gramm-Jahre 2022 bis 2024
Der nächste Einschnitt kam nicht aus Brüssel, sondern aus Berlin. Zum 1. Juli 2022 durfte Wasserpfeifentabak in Deutschland nur noch in Packungen bis 25 Gramm verkauft werden. Hintergrund war das Steuerrecht: Der Gesetzgeber wollte verhindern, dass Großgebinde geöffnet und portionsweise weiterverkauft werden.
Praktisch bedeutete das:
- Der Preis pro Gramm stieg deutlich – in vielen Fällen etwa auf das Doppelte
- Jede Marke musste ihre komplette Abfüllung und Verpackung umstellen
- Für kleine Hersteller und Importeure war das oft schlicht nicht finanzierbar
Wie hart das durchschlug, zeigt der Absatz: 2022 wurden Steuerzeichen für rund 893 Tonnen Wasserpfeifentabak ausgegeben, 2023 nur noch für etwa 727 Tonnen. Ein Rückgang von fast einem Fünftel in einem einzigen Jahr.
Die gute Nachricht: Zum 1. Juli 2024 wurde die 25-Gramm-Grenze wieder aufgehoben. Deshalb stehen heute wieder 200g-Dosen im Regal. Für einige Marken kam diese Kehrtwende allerdings zwei Jahre zu spät.
Wenn eine Marke im 25g-Format hängen bleibt
Es gibt einen Zwischenfall, den viele übersehen: Marken, die es zwar noch gibt, die aber nie wieder auf die großen Dosen umgestellt haben. Brohood ist dafür das beste Beispiel – die Marke wird weiter produziert, aber praktisch nur noch in 25g.
Für dich als Kunde macht das einen echten Unterschied:
- Preis pro Gramm: Kleine Dosen sind rechnerisch fast immer teurer als eine 200g-Dose
- Sichtbarkeit: Viele Shops führen 25g-Ware nur noch am Rand, weil die Nachfrage auf 200g liegt
- Sortenauswahl: Wo weniger Volumen läuft, werden auch weniger Sorten nachproduziert
Formal ist so eine Marke nicht verschwunden. Aus dem Alltag der meisten Raucher ist sie es trotzdem – und genau deshalb landen Namen wie Brohood regelmäßig in der Frage „gibt's die eigentlich noch?".
Der Dauerdruck: Tabaksteuer
Zusätzlich läuft seit 2022 eine stufenweise Erhöhung der Tabaksteuer auf Wasserpfeifentabak. Das trifft alle gleichzeitig – Hersteller, Händler und dich an der Kasse. Marken mit dünner Marge oder kleinen Stückzahlen haben hier am wenigsten Puffer.
Was das konkret für die Preise deiner Dose bedeutet, haben wir im Detail aufgeschrieben: Tabaksteuer Deutschland 2026 – was Shisha-Raucher wirklich zahlen.
Manche kommen zurück
Es ist nicht immer eine Einbahnstraße. Das beste aktuelle Beispiel ist Vidavi: jahrelang praktisch nicht mehr zu bekommen, dann 2026 zurück im 100g-Format mit frisch-fruchtigem Line-up und fairem Preis.
Wenn du wissen willst, was aus der Kult-Marke geworden ist: Vidavi Tabak – das Comeback der Kult-Marke. Die aktuellen Sorten findest du in der Vidavi Kollektion.
Comebacks funktionieren allerdings nur, wenn hinter der Marke ein Hersteller mit funktionierender Produktion steht. Reine Lizenzmarken ohne eigene Fertigung tauchen selten wieder auf.
Was du heute stattdessen rauchst
Die ehrliche Nachricht: Der Markt ist kleiner geworden, aber nicht schlechter. Die Marken, die die letzten Jahre überstanden haben, mussten es über Qualität schaffen – der Name allein hat niemanden mehr getragen.
Wenn deine alte Sorte weg ist, hilft die Suche über das Geschmacksprofil statt über die Marke:
- Du hast eine Ice-Sorte vermisst: Die heutigen Kühl-Aromen arbeiten ohne Menthol und schmecken anders, aber gut – zu finden im Minze-Sortiment
- Dir fehlt ein kräftiger Dark Blend: Darkblend-Übersicht
- Du willst milder unterwegs sein: Virginia-Tabake
Häufige Fragen
Gibt es Zomo Tabak noch?
Nein. Die Produktion wurde im Juli 2023 eingestellt, ein Comeback in den aktuellen Verpackungsformaten hat es bislang nicht gegeben. Vereinzelt tauchen noch Restbestände auf – bei alten Dosen solltest du aber auf Steuerbanderole und Zustand achten.
Gibt es Mero Tabak noch?
Nein. Mero Tobacco kam 2020 mit sechs Sorten auf den Markt und wird heute nicht mehr produziert. Dasselbe gilt für Hasso Tobacco von KC Rebell, Legacy Smoke von Kollegah und Bushido Tobacco. Aus der Rapper-Welle geblieben sind 187, Al Massiva, Banger und Electro Smog.
Gibt es Brohood Tabak noch?
Ja, aber nur in 25g. Brohood wird weiterhin produziert, hat nach dem Wegfall der 25-Gramm-Grenze 2024 aber nicht auf die großen Dosen umgestellt. Offiziell verschwunden ist die Marke damit nicht – aus dem Regal der meisten Shops praktisch schon, weil dort inzwischen fast alles auf 200g läuft.
Warum sind so viele Minz-Sorten verschwunden?
Wegen des EU-Verbots charakteristischer Menthol- und Minzaromen ab Mai 2020. Betroffen waren geschätzt 40 bis 60 Prozent aller Sorten. Kühlende Aromen gibt es weiterhin, sie werden heute nur anders aufgebaut.
Kommen alte Marken wieder zurück?
Manche schon – Vidavi ist der beste Beweis. Voraussetzung ist ein Hersteller mit eigener Produktion, der die aktuellen Vorgaben erfüllt. Reine Namensmarken ohne eigene Fertigung sieht man dagegen selten wieder.
Fazit
Die Liste der Shisha Tabak Marken, die es nicht mehr gibt, ist in den letzten Jahren deutlich länger geworden – das Minzverbot 2020, die 25-Gramm-Regel und die steigende Steuer haben zusammen einen großen Teil des Marktes aussortiert. Geblieben sind die Hersteller, die entweder groß genug waren oder gut genug.
Statt einer verlorenen Sorte hinterherzutrauern, lohnt sich der Blick auf das, was heute im Regal steht: über 600 Sorten von mehr als 30 Marken bei Smokez – und ziemlich sicher etwas, das deinem alten Favoriten nahekommt.










