Was plant das Bundesfinanzministerium?
Bundesfinanzminister Klingbeil hat einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes vorgelegt – und der Bundesverband Wasserpfeifentabak reagiert mit scharfer Kritik. Der Entwurf sieht vor, die Steuerlast auf Wasserpfeifentabak ab dem 1. Januar 2027 schrittweise bis 2030 von aktuell rund 56 Euro pro Kilogramm auf 188,46 Euro pro Kilogramm zu erhöhen.
Das bedeutet: Allein im ersten Schritt zum 1. Januar 2027 steigt die Tabaksteuer auf Wasserpfeifentabak um knapp 89 Prozent. Bis 2030 soll sie sich mehr als verdreifachen.
Was das konkret für Verbraucher bedeutet
Eine 200-Gramm-Dose Shisha Tabak kostet im Handel heute durchschnittlich rund 27,90 Euro. Nach dem Gesetzesentwurf des Bundesfinanzministeriums könnte dieselbe Dose bis 2030 zwischen 50 und 60 Euro kosten – inklusive Umsatzsteuer und Handelsmarge.
Wer sich das in Relation setzen will: 2021 kostete eine 200g-Dose noch 17,90 Euro. Die geplante Entwicklung bis 2030 würde einer Preissteigerung von über 277 Prozent in weniger als zehn Jahren entsprechen.
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Warum der Bundesverband von einem "Todesstoß" spricht
Der Bundesverband Wasserpfeifentabak macht auf einen Zusammenhang aufmerksam, den das Bundesfinanzministerium in seinen eigenen Berechnungen zu ignorieren scheint: Wasserpfeifentabak besteht nur zu 10 bis 15 Prozent aus echtem Tabak. Der Rest ist Melasse, Glycerin und Aroma – das hat die EU-Kommission selbst in einem Bericht festgehalten.
Bezogen auf den tatsächlich enthaltenen Tabak würde die effektive Steuerbelastung nach 2030 zwischen 1.257 und 1.885 Euro pro Kilogramm reinen Tabaks liegen. Damit wäre Wasserpfeifentabak das am höchsten besteuerte Rauchtabakprodukt in Deutschland – obwohl es überwiegend gelegentlich konsumiert wird. Selbst die EU-Kommission wollte in ihren jüngsten Mindestbesteuerungsvorschlägen nur rund 107 Euro pro Kilogramm festlegen.
Verbands-Geschäftsführer Folke Rega bezeichnet die Pläne als "Todesstoß für das Kulturgut Shisha".
Was die Vergangenheit zeigt – und warum das wichtig ist
Das ist keine Theorie. Der Bundesverband verweist auf die Jahre 2022 bis 2024, als eine 25-Gramm-Verpackungsbegrenzung die Produktionskosten in die Höhe trieb und den Verkaufspreis auf über 170 Euro pro Kilogramm ansteigen ließ. Das Ergebnis war eindeutig: Die legale, versteuerte Verkaufsmenge brach um 90 Prozent ein. Das Steueraufkommen in dieser Kategorie sank auf unter 42 Millionen Euro.
Was dagegen explodierte: der Schwarzmarkt. Laut Bundesverband deckte illegal hergestellter Wasserpfeifentabak in diesem Zeitraum rund 80 Prozent des Gesamtmarkts ab. Der Zoll selbst bezeichnet den Handel mit illegalem Wasserpfeifentabak regelmäßig als lukrativer als den mit den meisten Drogen.
Die Konsumenten hörten nicht auf, Shisha zu rauchen. Sie kauften einfach woanders – ohne Steuer, ohne Qualitätskontrolle, und auf Kosten aller legalen Händler und Hersteller.
Was der Verband fordert
Der Bundesverband Wasserpfeifentabak ist überzeugt: Bei den geplanten Steuersätzen kann kein funktionierender legaler Markt in Deutschland existieren. Die vom Bundesfinanzministerium einkalkulierten Mehreinnahmen von 31 bis 66 Millionen Euro werden laut Verband nicht eintreten – stattdessen droht ein vollständiger Steuerausfall in der Kategorie.
Die Forderung des Verbandes ist klar: Der Steuersatz muss auf das Niveau von 2021 zurückgeführt werden, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen und den legalen Handel zu erhalten.
Fazit
Wenn der Gesetzesentwurf des Bundesfinanzministeriums so kommt, könnte eine 200-Gramm-Dose Shisha Tabak bis 2030 auf bis zu 60 Euro steigen. Der Bundesverband warnt offen vor dem Ende des legalen Markts – und zieht dabei Vergleiche mit einer historischen Situation, die genau das bereits gezeigt hat. Der Entwurf muss noch verabschiedet werden, aber die Richtung ist klar.
Wer sich jetzt eindecken möchte: Unsere Shisha-Tabak-Auswahl zeigt, was wir aktuell auf Lager haben. Klassiker wie Al Fakher und 187 Strassenbande gehören zu unseren meistgekauften Sorten.
Ab wann gelten die neuen Steuersätze?
Der erste Schritt ist laut Gesetzesentwurf für den 1. Januar 2027 geplant. Bis 2030 sollen weitere Erhöhungen folgen, bis die Steuerlast von heute 56 Euro auf 188,46 Euro pro Kilogramm gestiegen ist.
Wie viel teurer wird eine Dose Shisha Tabak?
Eine 200-Gramm-Dose, die aktuell rund 27,90 Euro kostet, könnte bis 2030 auf 50 bis 60 Euro steigen. 2021 kostete sie noch 15,90 Euro – das wäre eine Preissteigerung von fast 280 Prozent in unter zehn Jahren.
Was passiert, wenn die Preise so stark steigen?
Der Bundesverband warnt vor einer Explosion des Schwarzmarkts. Als die Preise 2022 bis 2024 zuletzt auf über 170 Euro pro Kilogramm kletterten, sank die legale Verkaufsmenge um 90 Prozent. Der Schwarzmarkt erreichte rund 80 Prozent des Gesamtmarktes.
Ist das Gesetz schon beschlossen?
Nein. Es liegt ein Entwurf des Bundesfinanzministeriums vor, der noch parlamentarisch verabschiedet werden muss. Der Bundesverband Wasserpfeifentabak hat sich öffentlich dagegen ausgesprochen und fordert eine Korrektur.










